Diesel: Ja oder Nein?

Verfasst von: Marc Mühleis
Alter Diesel
Alter Diesel  Bild: Bild.de, Bildzeitung, Springerverlag
Noch bis vor kurzem haben uns alle hoch und heilig versprochen, das Beste was wir der Umwelt in den nächsten Jahren angedeihen lassen können, sind Dieselfahrzeuge. Diesel verbrauche weniger fossilen Brennstoff, stoße weniger CO2 aus, und sei daher besser für unser Klima. Was zunächst mal nicht falsch ist, denn der CO2-Ausstoss von Benzinern ist tatsächlich um ein Vielfaches höher als beim Diesel.

Leider stoßen Dieselfahrzeuge dafür erheblich mehr NOX als Stickoxide aus, die in dringendem Verdacht stehen, als Feinstaub zu erheblichen Atemwegserkrankungen bis hin zu Lungenkrebs zu führen. Was so nicht ganz der Wahrheit entspricht. Denn die Mehrheit des Feinstaubs, der die Städter so quält, stammt überwiegend von Schornsteinen, Kohlekraftwerken, alten LKWs und Pkws ( mit Euro 3 und 4 Norm) und dem Reifenabrieb der Fahrzeuge insgesamt. Die Sauerei der Autoindustrie, zusammen mit den Lobbyisten besteht nun darin, mit manipulierten Softwaretricks die Ausstöße an Stickoxiden bewusst verschleiert bzw. beschönigt zu haben. Die Käufer darüber zu täuschen und ihnen Wertverluste bei ihren Fahrzeugen zu bescheren ist eine Sache.

Dieselausstoß bei älterem Fahrzeug (Bild: Bild.de, Bildzeitung, Springerverlag)

Das Leben von Menschen aber damit zu gefährden ist eine ganz andere Sache. Doch deshalb nun ganz und gar, am besten morgen, nur noch auf Elektrobetrieb bei Fahrzeugen zu setzen, wäre auch der falsche Weg. Erstens können die Dieselfahrzeuge mit dem NOX reinigenden AD-BLUE- Harnstoff sowie einem NOX Speicherkat die Stickoxide um bis zu 90 % verringern. Allerdings muss dazu ein entsprechend großer Behälter für das AD- BLUE verbaut werden, und nicht wie manche Hersteller glaubten, ein kleinerer, weil billiger und leichter, täte es auch. Zweitens ist die gegenwärtige Ökobilanz eines rein Batteriebetriebenen Fahrzeugs schlichtweg desaströs. Warum? Zum einen sind die Metalle Lithium, Kobalt und Nickel für die Herstellung der Lithium-Batterie nur durch große Umweltbelastungen zu gewinnen, von der späteren Entsorgung der Batterien ganz zu schweigen.

Volvo XC90 Hybrid beim E-Tanken (Bild: Volvo Motors, volvo.de, volvo.com)

Zum anderen ist die Effizienz von gegenwärtigen Batteriegenerationen von den versprochenen Reichenweiten meilenweit entfernt. Natürlich nicht, wenn man das Kleingedruckte der Hersteller genau lesen würde. Dort steht nämlich die Reichweite beträgt dann 500 km, wenn man 80km/h Fahrgeschwindigkeit nicht übersteigt, und es nicht unter 0 Grad Außentemperatur hat, und Klimaanlagen, bitteschön, nicht im Vollbetrieb bei Hitze benutzt werden. Also besser schwitzen und mit 80 km/ h über die Autobahn zuckeln. Und im Winter auch noch schwitzen, ob die Reichweite wegen Kälte nicht zusätzlich nochmals um 30% in den Keller fährt und das Ankommen zuhause zu einer Rechenaufgabe wird. Aber das ist alles gar nichts gegen die immer noch unrühmliche Herkunft unseres Stroms. Nämlich zu weit über 70 % aus Atomstrom und Kohle. Nur 20-30% aus erneuerbaren Energien wie Sonne, Luft und Wasser.

Ein namhaftes schwedisches Umweltinstitut hat vor kurzem berechnet, ab wieviel Jahren ein E-Auto ökobilanztechnisch einem Dieselfahrzeug ( beim Benziner ist es etwas besser) davonfährt. Nach, Achtung, acht !! Jahren, anders gesagt nach 150.000 km liegt das E-Auto dann endlich vorne. Sicher werden in den nächsten Jahren im Batteriesektor große Fortschritte zu erwarten sein. Und hoffentlich besonders in der Herstellung wie der Entsorgung der Batterien und der tatsächlichen Reichweiteneffizienz. Doch bis dahin ist ein Diesel der Euro Norm 6c und mehr, mit AD-BLUE und NOX Speicherkat die bessere, weil saubere Wahl. Daher gilt bis dahin eindeutig: Diesel Ja!

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Artikelsignatur: Marc Mühleis | Autoren-Ressort: Mrey.reporters.de
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